Suchtdruck - was ist das & was kann ich dagegen tun?

 



Suchtdruck. Was ist das eigentlich?

Suchtdruck oder auch Craving, ist das unerträgliche Verlangen nach etwas (einer Substanz, einer Handlung o.ä.).

Vor allem bei Süchtigen, stellt Suchtdruck häufig ein Problem dar.

Durch jahrelangen Suchtmittelkonsum bilden sich im Gehirn Strukturen aus, die den Konsum mit etwas vermeintlich positiven assoziieren.

Das bedeutet u.a.: Süchtige sind daran gewöhnt, ihre Bedürfnisse immer JETZT & SOFORT befriedigen zu wollen. Wenn nun z.B. ein negatives Gefühl, wie Trauer im Raum steht, werden wir dieses Gefühl, in den meisten Fällen, sofort loswerden wollen. Wenn wir dem nun nachgeben & unser Suchtmittel konsumieren, um das Negative zu unterdrücken, wird ein Teil in unserem Gehirn angesprochen, der sich auch Belohnungszentrum nennt. Unser Belohnungszentrum merkt sich also: „Ah, das wirkt! Das verschafft mir schnell Erleichterung!“

Erleichterung ist immer etwas Positives & so entsteht die Verknüpfung „Wenn es mir schlecht geht, kann ich einfach etwas nehmen & mir geht es besser.“

Je öfter wir nun also zu unserem „Problemlöser“ greifen, umso mehr verfestigen sich auch die Verknüpfungen.

Im Umkehrschluss bedeutet das also auch, wenn unser Suchtmittel dann mal wegfällt, aus welchen Gründen auch immer, dass wir plötzlich mit allem einfach so & ungefiltert wieder konfrontiert werden.

Da ist es wohl nur verständlich, das unsere Synapsen anfangen mit jeder ihrer Fasern nach unserem Stoff zu schreien.

Das ist es dann auch, was Betroffene häufig als diesen typischen Suchtdruck wahrnehmen.

Dabei kann dieser von psychischen Symptomen, wie Verwirrtheit oder Gereiztheit, bis hin zu physischen Symptomen, wie Unruhe oder div. Schmerzen, reichen.

Dazu kommt die feste Überzeugung, diese negativen Symptome erst wieder loszuwerden, wenn man nachgegeben und wieder konsumiert hat.

Jeder Mensch empfindet das anders und es gibt auch einige, die so etwas bisher noch gar nicht erlebt haben.


Das Problem an der Sache, ist häufig die Intensität des Cravings. Und die noch nicht vorhandenen Strategien, um dieses wieder loszuwerden.

Das Gute daran: es sind erlernte Gewohnheiten. Das ist deshalb gut, weil sich Erlerntes auch wieder verlernen bzw umlernen lässt.

Wichtig ist dabei, etwas zu finden, was einen über den akuten Suchtdruck hinweg bringt.

In der Regel sagt man eigentlich, ein akuter Suchtdruck dauert 10-20 Minuten.

Alles darüber hinaus ist reingeredet.

Jedoch hört man auch immer wieder von Fällen, bei denen der Suchtdruck sich über Tage/Wochen am Stück hinzieht.

Dazu kann ich persönlich jedoch nichts beitragen.

Meine Erfahrung ist da halt eine andere.



Was tun bei Suchtdruck?


Wichtig ist vor allem, sich im Vorfeld schon einmal Gedanken darüber zu machen, was für einen selbst überhaupt in Frage kommt.

Nicht bei jedem Menschen, hilft alles gleich gut oder schlecht.

Als sehr wirksam, haben sich vor allem sportliche- und kreative Aktivitäten, erwiesen.

Ich werde dazu nochmal separat einen Beitrag erstellen in dem dann auch eine Skill – liste zu finden sein wird.

SKILLS – das sind Fähigkeiten, welche erlernt werden können, um gegen starke Anspannung, wie sie u.a. beim Craving vorkommt, anzugehen.

Einigen werden „Skills“ auch aus anderen Therapieform bekannt sein. Beispiel: auch bei einer Borderline – Persönlichkeitsstörung, werden Skills angewendet, um z.B. Selbstverletztenden Verhalten vorzubeugen.


Wichtig bei diesen Skills ist vor allen Dingen, dass man diese auch übt – und das nicht erst, wenn der Druck schon im Hochspannungsbereich ist. Am besten erstellt man sich selbst eine kleine Skill – liste und probiert diese mehrmals in der Woche aus.

Hierbei geht es auch darum, ganz genau wahrzunehmen, was man macht & wie man darauf reagiert.

Achtsamkeit ist dabei immer ein wichtiges Thema.

Dabei gibt es auch ganz unterschiedliche Dinge, welche man ausprobieren kann.

Für den einen sind physische Reize wichtig (etwas scharfen essen z.B.), für den anderen funktionieren eher kognitive Skills (5-4-3-2-1 Übung).

Wichtig: Skills sind immer nur Handlungen, welche uns KEINEN Schaden zufügen.


Pro: laufen gehen, heiß duschen

Contra: rauchen, trinken, Fressattacken.


Was mir persönlich auch immer sehr viel bringt, ist mich mitzuteilen.

Sich aktiv Hilfe suchen. Das kann im privaten Umfeld sein, in Selbsthilfegruppen oder auch im Internet.

In Zeiten von Social Media haben wir da ja einiges an Optionen.

Es besteht natürlich auch jederzeit die Möglichkeit, sich an die lokalen Suchtberatungsstellen oder Entzugskliniken etc zu wenden.


Es gibt tatsächlich auch Therapieformen, bei denen es eher um das Aushalten des Suchtdrucks geht, als um die Ablenkung. Auch hierbei geht es wieder um das Thema Achtsamkeit. Ganz bewusst die Gefühle ANNEHMEN & AUSHALTEN.

Das soll auf längere Zeit wohl auch bessere Erfolgschancen haben.


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